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HRM2 – neue Fachempfehlung für Kantone und Gemeinden

19.10.2009

Im Juni 2008 ist das Handbuch HRM2 der Finanzdirektorenkonferenz erschienen.

Nachdem das ursprünglich eingeführte Harmonisierte Rechnungsmodell (HRM) aus dem Jahr 1981 erst seit 1999 von allen Kantonen und Gemeinden angewendet wird, schlägt diese Reform erneut ein weiteres Kapitel in der Rechnungslegung von Kantonen und Gemeinden auf. Die Art und Weise der Umsetzung von HRM2 wird die Qualität der Rechnungslegung im öffentlichen Sektor der Schweiz in den kommenden Jahren signifikant prägen.

Am 25. Januar 2008 hat die Konferenz der kantonalen Finanzdirektoren das neue Handbuch genehmigt und zur Umsetzung freigegeben. Dies geschah unter anderem aus folgenden Gründen:

  • Die Rechnungslegung im privaten Sektor hat sich in den letzten Jahren verändert und verbessert. Sowohl die allgemein anerkannte Rechnungslegungsstandards (z.B. IFRS, Swiss GAAP FER) als auch die schweizerische Gesetzgebung streben eine Fokussierung auf finanzielle Transparenz und Benutzerfreundlichkeit an.
  • Auf Basis der IFRS wurden die International Public Sector Accounting Standards (IPSAS) als internationaler Rechnungslegungsstandard für den öffentlichen Sektor erarbeitet. Auch wenn diese in der Schweiz nicht direkt angewendet werden können, haben sie sich bereits gut etabliert und dienen als Rechnungsgrösse. Die Rechnungslegung der Kantone Zürich und Genf orientieren sich bereits stark an IPSAS.



Sowohl HRM2 als auch IPSAS nehmen Bezug auf den Grundsatz der Fair Presentation und der True an Fair View, wobei die Abbildung der tatsächlichen finanziellen Lage durch die Wahlrechte nicht vollständig erreicht wird.

 
 

Die wichtigsten Neuerungen von HRM2 im Vergleich zu HRM1 auf einen Blick:

Neue Struktur der Jahresrechnung
Diese orientiert sich mit HRM2 an jener der Privatwirtschaft. Elemente sind nun ein Eigenkapitalnach weis, eine Geldflussrechnung und ein aussagekräftiger Anhang. Die Bezeichnungen laufende Rechnung und Bestandesrechnung werden durch Erfolgsrechnung respektive Bilanz ersetzt.

Präzisierung und Erweiterung der Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze
Neu orientieren sich diese ebenso an jenen der Privatwirtschaft, die unter Berücksichtigung der Besonderheiten der öffentlichen Gemeinwesen. Die Bilanzierungsfähigkeit eines Vermögensgegenstandes stützt sich dabei wie auch unter IPSAS auf den öffentlichen und nicht den wirtschaftlichen Nutzen. Grundsätzlich ist das Fremdkapital zu Nominalwerten, das Finanzvermögen zu Verkehrswerten und das Verwaltungsvermögen zu Anschaffungswerten (unter Berücksichtigung der notwendigen Abschreibungen) zu bewerten. Die Abschreibungen erfolgen entweder linear oder über die Nutzungsdauer oder alternativ degressiv. Die Vornahme von Abgrenzungen, die Bildung von Rückstellungen und die Berücksichtigung von Wertminderungen werden von HRM2 zwingend vorgeschrieben. Die Bildung von Vorfinanzierungen bleibt weiterhin möglich.

Neues Gestaltungskonzept analog Swiss GAAP FER
HRM2 beinhaltet folgende 20 Fachempfehlungen, deren Gestaltungskonzept an jenes der Swiss GAAP FER erinnert (kursiv = Hauptelemente HRM2).

01 Elemente des Rechnungsmodells für die öffentlichen Haushalte
02 Grundsätze ordnungsgemässer Rechnungslegung
03 Kontenrahmen und funktionale Gliederung
04 Erfolgsrechnung (Stufenabschluss)
05 Aktive und Passive Rechnungsabgrenzung
06 Wertberechtigung
07 Steuererträge
08 Spezial- und Vollfinanzierungen
09 Rückstellungen und Eventualverbindlichkeiten
10 Investitionsrechnung
11 Bilanz
12 Anlagegüter/-buchhaltung
13 Konsolidierte Betrachtungsweise
14 Geldflussrechnung (neu)
15 Eigenkapitalnachweis (neu)
16 Erweiterter Anhang zur Jahresrechnung (u.a. mit Anlage- und Rückstellungsspiegel)
17 Finanzpolitische Zielgrössen und Instrumente
18 Finanzkennzahlen
19 Vorgehen beim Übergang zu HRM2
20 Musterfinanzhaushaltgesetzt (MFHG)

Konkrete Regelung zur Erfassung der Steuererträge
Neu sind die Steuererträge entweder nach dem bisher nach HRM1 gebräuchlichen Sollprinzip (Verbuchung der Rechnungsstellung) oder dem sogenannten Steuerabgrenzungsprinzip auszuweisen. Beim Steuerabgrenzungsprinzip würden die mutmasslichen Steuern für die Steuerperiode hochgerechnet und verbucht, das betrifft also nicht nur die provisorisch in Rechnung gestellten Steuern.

Konsolidierung
Das HRM2 sieht vor, dass auf freiwilliger Basis eine konsolidierte Rechnung des jeweiligen Gemeinwesens (einschliesslich gehaltener Anstalten und verflochtener Organisationen) erstellt wird. Zur Wahl stehen entweder eine Vollkonsolidierung oder eine Bewertung der Beteiligungen mit Hilfe der Equity-Methode. Bei Verzicht auf eine konsolidierte Rechnung sind die Beteiligungsverhältnisse detailliert im Anhang aufzuzeigen.

Föderalismus
Durch zahlreiche Wahlmöglichkeiten und Entscheidungsfreiräume bietet HRM2 den Gemeinwesen die Möglichkeit, ihre Rechnungslegung gemäss den eigenen Anforderungen auszugestalten. Folgende Umsetzungsvarianten sind vorgesehen:

  • HRM2 Minimum: Implementiert werden lediglich die im HRM2 definierten Mindestanforderungen unter Ausnutzung aller möglicher Freiräume. Die heutigen finanzpolitischen Rahmenbedingungen bleiben weitestgehend erhalten.
  • HRM2 Plus: Die Rechnungslegungsgrundsätze werden analog der HRM2-Fachmempfehlungen verbindlich festgelegt. Dies bedeutet einen Verzicht auf alle oder zumindest die meisten möglichen Erleichterungen oder Vereinfachungen gemäss HRM2
  • HRM2 Minus: Grundlage für die Rechnungslegung bilden die IPSAS, wobei für einzelne, nicht zweckmässig oder nicht umsetzbare Regelungen Ausnahmen in Anspruch genommen werden.
 
 

Die Umsetzung in den Kantonen

Die Umsetzung von HRM2 bei den Gemeinden ist kantonal koordiniert, dürfte jedoch noch einige Jahre in Anspruch nehmen. Einzelne Kantone haben dazu Arbeitsgruppen gebildet, um die verschiedenen Themen wie beispielsweise neuer Kontenplan oder Anlagenbuchhaltung auf ihre Praxistauglichkeit zu prüfen.

 
 

Die Talus ist mit dabei

Für die Talus als erfolgreichen ABACUS-Vertriebspartner ist es wichtig, die Kunden bei den Umstellungen auf HRM2 kompetent und professionell unterstützen und begleiten zu können. Dazu gehören die vollumfängliche Information, die Koordination zwischen Kantonen und Gemeinden sowie die Funktion als Bindeglied zwischen den gesetzlichen Anforderungen und der Softwareherstellerin ABACUS Research AG. Daher ist Talus bei verschiedenen Arbeitsgruppen (beispielweise ABACUS ERFA im Kt. BL oder beim Amt für Gemeinden und Raumordnung) dabei. Die Software ABACUS ist für eine HRM2-Einführung bereit. Wichtige Elemente von HRM2, wie beispielswiese eine Anlagenbuchhaltung sind seit Jahren vollständig integriert.

 
 

Fazit

Die Konferenz der kantonalen Finanzdirektoren hat mit der Einführung des Handbuchs HRM2 eine anwenderfreundliche Grundlage für eine bessere und transparentere Rechnungslegung in den schweizerischen Gemeinwesen geschaffen. Einerseits bietet HRM2 aufgrund von Wahlmöglichkeiten und der Entscheidungsfreiräume den einzelnen Gemeinwesen die Möglichkeit, die Rechnungslegung entsprechend ihren eigenen Anforderungen zu gestalten. Andererseits erfordert dieser Freiraum, dass die Gemeinwesen sich bereits vor Inangriffnahme eines HRM2-Projektes im Klaren darüber sind, welche Bedürfnisse und Ansprüche ihre Rechnungslegung gegenüber internen und externen Akteuren jetzt und in Zukunft erfüllen muss.

Weitere Auskünfte zu diesem Thema erhalten Sie bei Adrian Bühler, Telefon 032 391 90 19 oder via E-Mail.

 
 
 

 
 

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